Ausbildung als Modedesigner
Du wolltest schon immer deine eigenen Klamotten herstellen oder hast bereits an deiner eigenen Kleidung Hand angelegt und sie stilistisch optimiert? Eine Ausbildung als Modedesigner/in könnte etwas für dich sein – vor allem, wenn du neben deinem Interesse an Mode gerne experimentierst und improvisierst sowie gut zeichnen und mit Farben umgehen kannst.
Was macht ein/e Modedesigner/in?
Als Modedesigner/in arbeitest du häufig bei größeren Bekleidungsunternehmen, meist im Team unter der Leitung einer Kreativdirektion. Alternativ kannst du auch deine eigene Marke aufbauen oder einen eigenen Laden mit deiner Mode eröffnen. Dabei kannst du dich auf ein Gebiet – Kleidung, Schuhe oder Accessoires – spezialisieren oder in mehreren Kategorien gleichzeitig gestalten.
Ein großer Teil deiner Arbeit besteht zu Beginn eines neuen Designs darin, aktuelle Modetrends zu untersuchen und Vorhersagen über zukünftige Entwicklungen zu treffen, etwa durch das Lesen von Branchenberichten. Außerdem entwickelst du Kollektionen aus vielfältigen Inspirationsquellen – Kunst, deine Umgebung, Kulturen oder Orte, die du kennengelernt hast.
Sobald eine erste Idee steht, probierst du verschiedene Stoffe aus und produzierst einen Prototyp, häufig mit günstigerem Material als im späteren Endprodukt. Du arbeitest mit Modellen, um zu sehen, wie das Design in der Praxis wirkt, und passt es bei Bedarf an. Während viele Designer/innen ihre Entwürfe zunächst von Hand skizzieren, setzen heute viele zusätzlich auf digitale CAD-Programme (Computerunterstütztes Design), mit denen sich Farben, Designs und Formen einfacher anpassen lassen als am realen Stoff.
Im nächsten Schritt produzierst du Muster mit den tatsächlichen Materialien. Kommen diese bei Mode-Redaktionen oder auf Fachmessen gut an, gehen sie in die Herstellung und werden an Verbraucher verkauft. Der gesamte Designprozess dauert je nach Spezialisierung im Schnitt etwa sechs Monate – von der ersten Idee bis zur Frühjahrs- oder Herbstkollektion, wobei manche Unternehmen sogar monatlich neue Designs veröffentlichen.
Internet und E-Commerce eröffnen dir zudem die Möglichkeit, deine Produkte unabhängig vom stationären Handel direkt an Verbraucher zu verkaufen, ohne in ein eigenes Ladengeschäft investieren zu müssen.
Wie werde ich Modedesigner?
Persönliche Voraussetzungen
- Kreativität
- Affinität zur Mode
- Improvisationstalent
- Beobachtungsfähigkeit
- Neugier
Schulische Voraussetzungen
Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, setzen die meisten Berufsschulen eigene Eignungskriterien voraus – meist eine erfolgreich abgeschlossene Mittlere Reife sowie gute Noten in Kunst, Mathematik und Sprachen. Für deine Bewerbung solltest du deine gestalterischen Fähigkeiten vorab unter Beweis stellen, etwa mit Schnittmustern oder eigenen Entwürfen.
Ablauf und Inhalte der Ausbildung zum Modedesigner
Die Ausbildung zum/zur Modedesigner/in ist eine rein schulische Ausbildung und dauert in der Regel drei Jahre. Neben dem theoretischen Schulunterricht sammelst du viel praktische Erfahrung. Zunächst stehen Grundlagen wie der Umgang mit Design-Software und das Erlernen passender Zeichentechniken im Fokus. Da Mode stets am Puls der Zeit ist, lernst du außerdem, Trends und Entwicklungen zu lesen und für deine eigenen Kreationen umzusetzen, sowie den Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Stoffen.
Um dein Wissen praktisch zu vertiefen, absolvierst du verschiedene Praktika – etwa bei größeren Modeunternehmen. Die Bewerbung dafür liegt dabei meist in deiner eigenen Verantwortung.
Gehalt: Was verdient ein/e Modedesigner/in?
Außerhalb von Praktikumszeiten erhältst du während der schulischen Ausbildung keine Ausbildungsvergütung. Ein Nebenjob – idealerweise in der Modebranche – eignet sich daher gut, um schon während der Schulzeit erste Berufserfahrung und eigenes Geld zu sammeln. Da der Beruf sehr breit gefächert ist, variieren die späteren Gehälter stark: Im Schnitt kannst du mit einem guten Einstiegsgehalt von rund 2.500 Euro brutto im Monat rechnen, mit entsprechenden Referenzen und Weiterbildungen oft schon nach kurzer Zeit deutlich mehr.
Möglichkeiten und Zukunftsaussichten als Modedesigner
Um dein Wissen zu vertiefen oder aktuell zu halten, kannst du Seminare in den Bereichen technisches Modezeichnen, Computer Aided Design (CAD) oder Modemanagement besuchen. Darüber hinaus stehen dir vielfältige Aufstiegsweiterbildungen offen – etwa zum Meister/zur Meisterin der Fachrichtung Bekleidung oder zum/zur staatlich geprüften Techniker/in für Bekleidungstechnik oder Betriebswissenschaften.
Mit entsprechender schulischer Vorbildung steht dir zudem der akademische Weg offen, beispielsweise mit einem Bachelorstudium in Design, Design Management oder Animation Design.