Florist

Ausbildung als Florist

Wie man es aus Hollywood-Filmen oder Doku-Formaten im öffentlichen Fernsehen kennt, ist eine Hochzeit mit enormen Vorbereitungen verbunden – und die Auswahl der Blumen, etwa des Hochzeitsstraußes, wird dabei meist ganz nach den Wünschen des Brautpaars gestaltet. Auch bei größeren Veranstaltungen oder in Hotels ist die Zusammenarbeit mit Floristinnen und Floristen gang und gäbe. Wenn du eine Affinität zur Natur besitzt und gleichzeitig kreativ und handwerklich begabt bist, könnte eine Ausbildung als Florist/in genau das Richtige für dich sein.

Was macht ein/e Florist/in?

Als Florist/in verkaufst und arrangierst du Blumen, die du selbst anbaust oder von Großhändlern beziehst. Du bist gewissermaßen Künstler/in – du erschaffst Arrangements für Hochzeiten, andere Anlässe und Feiertage. Mit deinem Wissen darüber, welche Blumen gerade Saison haben und wie sich verschiedene Arten in unterschiedlichen Umgebungen halten, bietest du deinen Kunden Qualitätsprodukte, die zu Budget und Wünschen passen.

Du arbeitest typischerweise in Blumengeschäften und führst möglicherweise sogar dein eigenes Unternehmen – etwa ein Viertel aller Floristinnen und Floristen ist selbstständig. Während einige Lebensmittel- und Drogeriemärkte mittlerweile ebenfalls Schnittblumen anbieten, bleibt die fachkundige Beratung im klassischen Blumengeschäft ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Berufs.

Ob ein Kunde eine einzelne Rose für seine Partnerin benötigt oder eine größere Feier 50 Blumengestecke erfordert – du hörst genau zu, was deine Kunden wünschen, und berätst zu Kosten, Farbe, Pflege, Vasen und Haltbarkeit der Blüten. Die Geschäftsbeziehungen reichen dabei von spontanen Käufen im Laden bis zur detaillierten Planung großer Aufträge mit festen Liefer- und Lieferorten.

Zu deinem Tätigkeitsfeld gehört außerdem die Bearbeitung telefonischer und Online-Anfragen, sowohl für vorgefertigte Arrangements als auch für Sonderanfertigungen – inklusive Verpackung, Beschriftung und pünktlicher Lieferung. Einrichtungen wie Bankettsäle oder Hotels haben dabei häufig Daueraufträge, die du regelmäßig betreust.

Der kreative Kern deines Berufs liegt im Schneiden und Zusammenstellen der Blumen zu einem stimmigen Arrangement – etwa einem Hochzeitsstrauß oder einem Trauergebinde. Durch Design, Farbe, Blütenauswahl, unterschiedliche Längen, Füllgrün und Verzierungen wie Spitze entstehen so ansprechende, individuelle Kompositionen.

Wie werde ich Florist?

Persönliche Voraussetzungen

  • Affinität zu Blumen und Natur
  • Sinn für Ästhetik
  • Kreativität
  • Kundenfreundlichkeit
  • Gutes räumliches Denken

Schulische Voraussetzungen

Die Ausbildung als Florist/in ist an keinen besonderen Schulabschluss gebunden – grundsätzlich kannst du sogar ohne Abschluss starten. Arbeitgeber achten in der Praxis jedoch meist darauf, dass angehende Azubis zumindest einen Hauptschulabschluss mitbringen. Mit guten Leistungen in Kunst und Biologie kannst du sowohl im Bewerbungsgespräch als auch später im Beruf punkten.

Ablauf und Inhalte der Ausbildung zum Floristen

Die Berufsausbildung als Florist/in dauert in der Regel drei Jahre und ist dual aufgebaut: Du hast einzelne Tage in der Woche Schulunterricht, an den übrigen Tagen arbeitest du im Ausbildungsbetrieb. Im Unterricht lernst du Grundlagen der Pflanzenkunde, Umweltschutz sowie Gestaltung und den Umgang mit verschiedenen Gewächsen.

Im Betrieb ergänzt du diese Theorie um praktische Erfahrung: Bei den ersten Projekten schaust du zunächst über die Schulter, übernimmst nach der Einarbeitung aber zunehmend eigene Aufgaben – etwa bei Hochzeitsgestecken oder Trauerarrangements – und lernst den sicheren Umgang mit den passenden Werkzeugen und Techniken. Da du am freien Markt tätig bist, gehören auch kaufmännische Grundlagen wie Kalkulation und Preisgestaltung fest zu deiner Ausbildung.

Mit besonders guten Leistungen in der Zwischenprüfung nach dem zweiten Lehrjahr kannst du deine Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen. Mit höherem Schulabschluss – etwa Fachhochschulreife oder Abitur – kannst du sogar direkt im zweiten Ausbildungsjahr einsteigen und die Ausbildung in insgesamt zwei Jahren abschließen.

Gehalt: Was verdient ein/e Florist/in?

Für deine Ausbildung wirst du entlohnt: Im ersten Jahr kannst du mit etwa 600 Euro im Monat rechnen, pro Jahr steigt das Gehalt um rund 50 bis 70 Euro – im dritten Ausbildungsjahr liegst du damit bei etwa 750 Euro monatlich. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung beträgt rund 1.800 bis 2.200 Euro brutto im Monat; mit Weiterbildung oder Spezialisierung sind höhere Einkommen möglich.

Möglichkeiten und Zukunftsaussichten als Florist

Als handwerklicher Beruf eröffnet dir die Ausbildung direkt im Anschluss die Möglichkeit, deinen Meistertitel zu machen und so in eine Führungsposition aufzusteigen. Mit Meistertitel oder entsprechender Hochschulzugangsberechtigung steht dir zudem ein Studium im Bereich Garten- und Landschaftsbau offen.

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit liegt für viele Floristinnen und Floristen nahe – ob als Übernahme eines bestehenden Geschäfts oder als Neugründung. All diese Wege können deinen Karriereverlauf und dein Einkommen langfristig positiv beeinflussen.